Thema Energie – Für Kids

Illustration: Rakete

Energie brauchen wir für viele Dinge. Hast du dich auch schon einmal gefragt, woher eigentlich der Strom kommt, den du täglich nutzt? Manche würden jetzt sagen „Na klar! Der kommt aus der Steckdose!“, was natürlich nicht falsch ist. Aber wie kommt der Strom denn eigentlich dorthin?
Strom, Wasser und Erdgas sind Formen von Energie. Um diese Energie nutzen zu können, z.B. um das Licht in deinem Zimmer anzuschalten oder deinen PC zu benutzen, muss sie aber erst erzeugt werden.

Erdgas ist vor vielen Millionen Jahren aus Pflanzenresten entstanden.

Erdgas ist ein brennbares Gas. Oft findet man es unter der Erde zusammen mit Öl. Wie der Name schon sagt, ist es gasförmig. Das bedeutet, es sieht aus wie Luft. Wir benutzen Erdgas hauptsächlich zum Heizen und zur Herstellung von Strom. Es gibt auch Autos, die mit Erdgas fahren, und bei einem Gasherd
braucht man es zum Kochen.

In Deutschland gibt es keine so große Menge Erdgas. Deshalb kaufen wir viel Erdgas aus den Niederlanden, Norwegen und Russland. Von dort wird es in speziellen Behältern oder durch dicke Rohre zu uns transportiert. So ein Rohr nennt man Pipeline. Sie ist oft mehrere tausend Kilometer lang. Dadurch kommt das Erdgas in die verschiedenen Teile des Landes und schließlich zu dir nach Hause, wo eure Heizung damit die Zimmer beheizt. Das Gas wird allerdings, genau wie Kohle und Öl, auch zur Stromerzeugung genutzt.

Um Strom entstehen zu lassen, braucht der Mensch Kraftwerke. Zuerst wird der Stoff, mit dem das Kraftwerk betrieben wird – also Kohle oder Gas – verbrannt. Die dabei entstehende Wärme wird zur Erhitzung von Wasser genutzt, das dann verdampft.
Wir verbrauchen jeden Tag eine Menge Energie: Noch vor dem Aufste­hen klingelt der Radiowecker, dann schalten wir das Licht ein, wir waschen uns und machen Kakao oder Tee. Tagsüber schalten wir das Radio und den Fernseher ein, telefonieren mit unseren Freunden, sitzen am Computer und spielen Nintendo oder Playstation.
Vielleicht hast du ja schon einmal einen Stromausfall erlebt, dann weißt du, wie abhängig wir vom Strom sind. Aber meistens machen wir uns überhaupt keine Gedanken darüber, wie viel Strom wir verbrauchen und wie der Strom in die Steckdose kommt.

Wie wird der Stromverbrauch gemessen?

Um zu messen, wie viel Strom ihr zu Hause verbraucht, wird die Einheit „Kilowattstunde (kWh)“ verwendet. Das heißt, wenn du ein Gerät mit einer Leistung von 1 Kilowatt, das sind 1000 Watt, eine Stunde lang laufen lässt, dann führt das zu einem Verbrauch von 1 Kilowattstunde. Auf einem Hometrainer musst du volle zehn Stunden lang strampeln, um eine Kilo­wattstunde zu erzeugen.

Mit einer Kilowattstunde Strom kannst du:

  • 240 Frühstückseier kochen
  • ca. 10 Stunden fernsehen
  • 5 bis 10 Stunden am Computer arbeiten
  • ca. 2.500 Männer rasieren
  • ein Mittagessen für eine vierköpfige Familie kochen
  • 5 ½ Kilo Wäsche waschen
  • 9 Liter Wasser kochen
  • etwa 20 Stunden Radio hören
  • 9 Liter Tee kochen
  • zehn Stunden Licht von einer 100 Watt-Glühbirne erhalten
  • eine gute Stunde staubsaugen

Woher weißt du, welche Geräte besonders viel Strom verbrauchen?

Illustration: Sternchen

Elektrische Geräte verbrauchen unterschiedlich viel Strom. Wenn du fernsiehst, verbraucht das ungefähr doppelt so viel Strom wie Radio hören. Aber wie kannst du feststellen, wie viel Energie ein Gerät verbraucht? Auf vielen Geräten befindet sich ein Aufkleber oder eine Prägung, auf der die Leistung in Watt (W) angegeben ist. Auf einer Glühlampe steht z.B. 100 W. Das bedeutet, dass die Glühlampe 100 Watt verbraucht, wenn sie eine Stun­de lang brennt. Das wären dann 1000 Watt in 10 Stunden, das heißt, nach 10 Stunden hat sie 1 Kilowattstunde Strom verbraucht.

Ein Wasserkocher hat z.B. eine Leistung von 1000 Watt, das bedeutet, dass er in nur einer Stunde genauso viel Energie verbraucht wie die Glühlampe in 10 Stunden. Sein Energieverbrauch ist also 10 mal so hoch. Ver­suche doch mal herauszufinden, welches Gerät bei dir zu Hause den meisten Strom verbraucht!

Was sind eigentlich erneuerbare Energien?

Erneuerbare Energien sind Energien, die aus Quellen gewonnen werden, die zeitlich unbegrenzt verfügbar sind wie Wind, Sonnenenergie und Wasserkraft. Sie werden also nie aufgebraucht sein.

  • Biomasse: Biomasse besteht aus verschiedenen Rohstoffen, z.B. Holz, aus Pflanzen und Pflanzenresten, Biomüll oder Gülle. Man nimmt pflanzliche und tierische Abfälle aber auch speziell angebaute Pflanzen und wandelt diese dann in Biogasanlagen in Energie um.
  • Windkraft: Sicher hast du schon einmal diese riesigen weißen Propeller gesehen, die oft auf Feldern, an der Küste oder auf weiten Flächen stehen. Das sind sogenannte Windkraftanlagen. Oft sagt man auch einfach Windrad dazu. Man mag es kaum glauben, aber damit wird Strom produziert.

Das Prinzip ist dabei ganz einfach. Wind ist ja nichts anderes als sich bewegende Luft und diese Luft treibt durch ihre Bewegung die Rotorblätter (Propeller) an, die sich dann ebenfalls in Bewegung setzen. Im Inneren des Windrades befindet sich – wie in allen anderen bisherigen Kraftwerken auch – wieder ein Generator, der diese Bewegungsenergie dann in elektrische Energie umwandelt.

  • Wasserkraft: Kraft des Wassers haben sich die Menschen schon früher zunutze gemacht. So haben zum Beispiel einfache Wasserräder aus Holz mithilfe des Wassers Mühlräder zum Mahlen des Mehls angetrieben.

Mit Wasserkraft kann man aber nicht nur Mehl mahlen, sondern in einem sogenannten Wasserkraftwerk auch Strom erzeugen. In ganz Deutschland gibt es übrigens etwa 5.300 solcher Wasserkraftwerke.

  • Sonnenenergie: Eine Solaranlage ist eine kleinere technische Anlage, mit der man die Energie der Sonne in Strom oder Wärme umwandeln kann.

Bestimmt hast du so etwas schon einmal gesehen. Das sind die großen, dunklen Flächen, die auf manchen Hausdächern angebracht sind.
Solaranlagen sind übrigens so dunkel, weil die schwarzen Flächen mehr Sonnenlicht in Wärme umwandeln als beispielsweise die Farbe Weiß. Du kennst das sicher, wenn Du einen schwarzen Pullover anhast und in der Sonne spielst, dann wird es dir schnell zu warm.

Mit einer Solaranlage lässt sich prima Strom erzeugen. Das ist ganz einfach.
Das Sonnenlicht scheint auf ein Dach, auf dem eine solche Solaranlage angebracht ist. In dieser Anlage befinden sich ganz bestimmte Stoffe die einen kleinen Teil der Sonnenstrahlen direkt in Strom umwandeln können.